Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
Stand: 30. Juni 2026
Parteien: Kunde („Verantwortlicher") und der Anbieter („Auftragnehmer"). Zustandekommen: automatisch mit Vertragsschluss (§ 11 Abs. 4 AGB), elektronische Form (Art. 28 Abs. 9 DSGVO).
1. Gegenstand / Dauer / Art / Zweck
Verarbeitung der vom Verantwortlichen eingegebenen Inhalte zur automatisierten Textgenerierung; Dauer = Dauer des Hauptvertrags. Art der Daten: in den Eingaben enthaltene Daten, soweit nicht anonymisiert. Betroffenenkategorien: vom Verantwortlichen bestimmt.
Bei Nutzung der Kurs-Auslieferung („Hosted Delivery", Learning Studio) zusätzlich: Verarbeitung von Lernstands- und Nachweisdaten eingeladener Lernender (Name, E-Mail-Adresse, Lernfortschritt, Ergebnis, Bearbeitungszeit) zur Bereitstellung der Kurse und Erstellung von Teilnahme-Nachweisen im Auftrag des Verantwortlichen. Betroffenenkategorien insoweit: vom Verantwortlichen eingeladene Lernende. Lernergebnisse werden nicht durch KI-Modelle verarbeitet und nicht zu Trainingszwecken genutzt.
2. Weisungsbindung
Verarbeitung nur auf dokumentierte Weisung; die funktionsgemäße Nutzung des Dienstes gilt als Weisung.
3. Vertraulichkeit
Verpflichtung der eingesetzten Personen auf Vertraulichkeit.
4. Sicherheit (Art. 32)
Technische und organisatorische Maßnahmen gemäß Anlage 1 (TOM).
5. Subunternehmer
Allgemeine Genehmigung der in Anlage 2 gelisteten Subunternehmer; Änderungen werden mitgeteilt, Widerspruchsrecht binnen zwei Wochen ab Mitteilung.
6. Unterstützung
Unterstützung bei Betroffenenrechten und bei Art. 32–36 DSGVO im Rahmen des technisch Möglichen.
7. Löschung / Rückgabe
Nach Vertragsende Löschung binnen 30 Tagen, soweit keine gesetzliche Aufbewahrung (z. B. Rechnungsdaten, § 147 AO) entgegensteht.
Lernstands- und Nachweisdaten eingeladener Lernender werden zudem spätestens 24 Monate nach dem letzten Kurszugriff automatisch gelöscht; der Verantwortliche kann sie jederzeit früher löschen. Exportierte Nachweise (CSV/PDF) verbleiben beim Verantwortlichen; die Archivierung obliegt ihm.
8. Nachweis / Audit
Bereitstellung erforderlicher Informationen; Audits über Zertifikate/Berichte, ergänzend Vor-Ort-Prüfung nach Ankündigung.
9. Drittland
Übermittlungen nur mit Garantien nach Kap. V DSGVO (SCC/Angemessenheit) – siehe Anlage 2.
10. Datenpannen
Unverzügliche Information des Verantwortlichen.
Anlage 1 — Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
– Verschlüsselung in Transport und Speicherung; Webhook kryptografisch abgesichert.
– Zugriffskontrolle über Authentifizierung und Workspace-/Team-Berechtigung; keine öffentlichen URLs.
– Kurzlebige Zugriffstoken: SAS-Download-Links mit 2 Minuten Lebensdauer.
– Identitätsmanagement: Managed Identities statt rotierender Passwörter/Zugangsschlüssel.
– Datenminimierung: Trennung von Rechnungs- und Analyse-/Transkriptdaten; Rechnungslayout nur mit Pflichtangaben.
– Integrität/GoBD: unveränderbare, lückenlos nummerierte Rechnungsablage; atomare Datenbank-Transaktionen.
– Datenminimierte Verarbeitung der Eingaben mit Löschung unverzüglich nach Bereitstellung des Ergebnisses; keine Trainingsnutzung.
– Kurs-Auslieferung: personengebundene, kryptografisch signierte, zeitlich befristete und jederzeit widerrufbare Einladungs-Links; keine Konten und keine Passwörter für Lernende (Datenminimierung); Ausschluss von Suchmaschinen-Indexierung; Zugriffsbegrenzung (Rate-Limiting).
Anlage 2 — Subunternehmer
Microsoft Azure (Compute, Cosmos DB, Blob Storage) – Hosting, Daten-/Rechnungsspeicherung – Region EU (Westeuropa, Niederlande) – EU-intern.
Stripe (Payments Europe Ltd / Inc.) – Zahlungsabwicklung, Stripe Tax – EU/USA – SCC / DPF (für Zahlungsdaten ggf. eigener Verantwortlicher).
Microsoft (Azure OpenAI Service) – Textgenerierung – Region EU (Schweden) – EU-intern; keine Trainingsnutzung.
Google (Gemini-Sprachmodelle) – Textgenerierung – Verarbeitung kann auch außerhalb der EU/des EWR erfolgen – EU-Standardvertragsklauseln (Art. 46 DSGVO); keine Trainingsnutzung (Paid-Services-Datenbedingungen).